Unsere Demokratie ist sicher – solange der Bürger nicht mitmacht

Deutschland hat eine besonders robuste Demokratie. Sie hält Wahlen aus, Parlamente, Parteien und sogar Bürger, solange diese von ihren Rechten keinen allzu eigenwilligen Gebrauch machen. Kritisch wird es erst, wenn Menschen falsch abstimmen, falsche Fragen stellen oder aus einer Mehrheit tatsächlich politische Folgen ableiten. Für solche Fälle verfügt die Republik inzwischen über ein umfangreiches Betreuungsangebot.

Im Grundgesetz steht zwar, alle Staatsgewalt gehe vom Volke aus. Der Satz ist offenbar aus einer Zeit überliefert, in der man dem Bürger noch unbeaufsichtigten Umgang mit politischen Entscheidungen zutraute. Heute weiß man, dass Volkssouveränität ohne professionelle Begleitung erhebliche Risiken birgt. Der Bürger könnte am Ende glauben, seine Stimme gehöre ihm.

Deshalb helfen Politik, Behörden und Medien bei der sachgerechten Auslegung des Wahlergebnisses. Sie erklären, welche Parteien demokratisch sind, welche Mehrheiten moralisch zulässig bleiben und welche politischen Auffassungen einer näheren Beobachtung bedürfen. Das ist keine Bevormundung, sondern moderner Bürgerservice. Früher nannte man so etwas politische Kontrolle, heute heißt es Schutz der Demokratie.

Demokratie als Kontaktsport ohne Gegner

Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, bezeichnete die AfD als „existenziell größte Gefahr“ für die Demokratie und erklärte ein Verbotsverfahren für überfällig.

https://apollo-news.net/verfassungsschutzchef-stephan-kramer-bezeichnet-afd-als-existenziell-grte-gefahr-fr-die-demokratie/

Gleichzeitig nannte er Demokratie einen „Kontaktsport“, bei dem es um Argumente gehe. Das ist ein faszinierendes Sportverständnis. Die gegnerische Mannschaft wird vor dem Anpfiff ausgeschlossen, damit sich anschließend alle ungestört über den fairen Wettbewerb freuen können.

Man muss die AfD wahrlich nicht für eine politische Hochbegabtenvereinigung halten, um daran etwas merkwürdig zu finden. Teile ihres Personals verwechseln Lautstärke mit Sachkenntnis, Provokation mit Programm und historische Geschmacklosigkeit mit besonderem Mut. Viele ihrer Vorschläge halten einer ernsthaften Prüfung kaum stand, und manche Funktionäre wirken, als hätten sie ihre politische Bildung aus den Kommentarspalten eines besonders schlecht gelaunten Internetforums bezogen. Gerade deshalb wäre es naheliegend, sie inhaltlich zu stellen.

Man könnte ihre wirtschaftspolitischen Versprechen nachrechnen, ihre außenpolitischen Vorstellungen auf ihre Folgen prüfen und ihre sozialpolitischen Ankündigungen mit der eigenen Finanzplanung abgleichen. Man könnte ihren Vertretern konkrete Fragen stellen und so lange nachhaken, bis aus dem Protest entweder ein tragfähiges Konzept oder deutlich sichtbare heiße Luft wird. Das wäre Politik. Es wäre allerdings anstrengender als die Erstellung einer Behördenakte.

Eine politische Debatte hat nämlich einen unangenehmen Nachteil. Der Gegner kann antworten, das Publikum kann vergleichen und die eigene Position kann sich als weniger glänzend erweisen als zuvor angenommen. In einer Akte ist der politische Gegner deutlich handlicher. Er widerspricht nicht, verlangt keine Sendezeit und zwingt niemanden dazu, die eigene Migrations-, Wirtschafts- oder Energiepolitik zu erklären.

Die AfD ist nicht das Ergebnis einer Massenhalluzination

Die etablierten Parteien behandeln den Aufstieg der AfD gern wie ein unerklärliches Naturereignis. Millionen Menschen wachen offenbar morgens auf, vergessen spontan ihre demokratische Erziehung und wählen aus einem rätselhaften inneren Drang eine Partei, die ihnen seit Jahren als Gefahr beschrieben wird. Dass diese Entscheidung etwas mit konkreten politischen Erfahrungen zu tun haben könnte, erscheint dagegen fast abwegig. Schließlich müsste man dann über die eigene Verantwortung sprechen.

Migration, Wohnungsnot, steigende Kosten, marode Infrastruktur, innere Sicherheit und der Verlust staatlicher Glaubwürdigkeit sind keine Erfindungen der AfD. Die Partei nutzt diese Themen, vereinfacht sie, übertreibt sie und bietet oft Lösungen an, die bei näherer Betrachtung erstaunlich dünn wirken. Das ändert nichts daran, dass die zugrunde liegenden Probleme existieren. Wer sie leugnet, weil die AfD darüber spricht, macht die Partei zum Monopolisten der Wirklichkeit.

Die politisch Verantwortlichen könnten sich fragen, weshalb ihre eigene Politik Millionen Bürger nicht mehr überzeugt. Sie könnten Fehler einräumen, Kurskorrekturen vornehmen und bessere Angebote machen. Das wäre vermutlich sinnvoll, hätte aber den schwerwiegenden Nachteil, dass man eigenes Versagen nicht mehr vollständig auf die geistige Verfassung der Wähler schieben könnte. Daher gilt weiterhin die bequemere Erklärung: Das Volk wurde verführt.

Der Wähler erscheint in diesem Modell als leicht beeinflussbares Wesen, das regelmäßig vor seinen eigenen Entscheidungen geschützt werden muss. Wählt er richtig, ist er mündiger Bürger. Wählt er falsch, ist er verunsichert, radikalisiert, manipuliert oder demokratisch unzureichend gefestigt. Der Souverän bleibt also souverän, solange er die pädagogischen Erwartungen erfüllt.

Das betreute Wahlrecht

Millionen Bürger wählen die AfD geheim, frei und unmittelbar nach den Regeln des Grundgesetzes. Anschließend wird ihnen erklärt, ihre Entscheidung zeige vor allem, wie stark die Demokratie bedroht sei. Das ist eine bemerkenswerte Form politischer Anerkennung. Der Bürger darf seine Stimme abgeben und erhält danach eine fachkundige Diagnose über deren demokratische Qualität.

Natürlich wird offiziell betont, niemand stelle die Wähler unter Generalverdacht. Gleichzeitig gilt die von ihnen gewählte Partei als existenzielle Gefahr für die freiheitliche Ordnung. Daraus ergibt sich eine kleine logische Unannehmlichkeit. Entweder wissen die Wähler, was sie tun, oder sie wissen es nicht, und in beiden Fällen muss man sich Sorgen um sie machen.

Wer bewusst eine angeblich verfassungsgefährdende Partei wählt, bewegt sich selbst in einem politischen Verdachtsraum. Wer sie unbewusst wählt, benötigt Aufklärung und demokratische Nachschulung. Die dritte Möglichkeit, dass Bürger aus nachvollziehbaren Gründen mit der herrschenden Politik unzufrieden sind, wird nur ungern geprüft. Sie könnte zu der Erkenntnis führen, dass der Fehler nicht ausschließlich vor dem Wahlzettel saß.

So entsteht ein betreutes Wahlrecht. Die Stimmabgabe bleibt frei, das Ergebnis wird anschließend moralisch sortiert. Der Bürger liefert das Votum, die politische Klasse bestimmt seine zulässige Bedeutung. Mehr Volkssouveränität wäre möglicherweise unverantwortlich.

Politische Vielfalt mit Zutrittskontrolle

Die etablierten Parteien pflegen eine sehr spezielle Vorstellung von Pluralismus. Unterschiedliche Parteien dürfen heftig miteinander streiten, solange sie sich grundsätzlich für koalitionsfähig, gesellschaftsfähig und moralisch zuverlässig halten. Im Wahlkampf können sie einander den Niedergang Deutschlands vorwerfen. Nach der Wahl entdecken sie bei Bedarf ihre gemeinsame staatspolitische Verantwortung.

Das gilt nicht als Wortbruch, sondern als politische Reife. Koalitionen, die vor der Wahl ausgeschlossen wurden, werden danach zur letzten Rettung der Demokratie. Programme, für die der Bürger gestimmt hat, verschwinden in Arbeitsgruppen, Kompromisspapieren und Formulierungshilfen. Der Wähler erhält damit zuverlässig etwas anderes als bestellt, darf sich aber über die große Auswahl auf der Speisekarte freuen.

Das Verfahren erinnert an ein Restaurant mit fünf Gerichten, die alle aus derselben Küche kommen und am Ende mit derselben Soße serviert werden. Der Gast durfte frei wählen, weshalb Beschwerden über den Geschmack als mangelndes Demokratieverständnis gelten. Eine echte Alternative würde den Betrieb unnötig komplizieren. Vielfalt ist willkommen, solange sie keine abweichende Richtung einschlägt.

Wächst eine Partei außerhalb dieses Kreises, reicht politische Ablehnung nicht mehr aus. Sie muss zusätzlich moralisch kontaminiert werden, damit jede Beschäftigung mit ihren Themen verdächtig wirkt. Wer mit ihr diskutiert, wertet sie auf, wer ihre Wähler verstehen will, normalisiert sie, und wer einzelne Positionen teilt, wird vorsorglich in ihre Nähe gerückt. So kann man einen erheblichen Teil der Bevölkerung zugleich zurückgewinnen und öffentlich meiden.

Die elegante Abschaffung der Sachfrage

Die politische Sprache bietet inzwischen ein ausgezeichnetes Sortiment zur Vermeidung lästiger Debatten. Wer die Migrationspolitik kritisiert, gerät in den Verdacht der Fremdenfeindlichkeit. Wer die Klimapolitik hinterfragt, leugnet angeblich die Wissenschaft. Wer Zweifel an der Ukrainepolitik äußert, sollte zunächst glaubhaft versichern, keine emotionale Bindung an den Kreml zu unterhalten.

Auch die Kritik am Staat wurde modernisiert. Wer staatliche Institutionen scharf angreift, kann den Staat „delegitimieren“. Das ist praktisch, weil nicht mehr geprüft werden muss, ob die Institutionen tatsächlich Fehler gemacht haben. Der Kritiker wird zum Problem, und das Problem der Kritik ist damit elegant gelöst.

Besonders wirksam ist die schrittweise sprachliche Annäherung an den Nationalsozialismus. Konservativ, rechts, rechtspopulistisch, rechtsextrem und nationalsozialistisch werden so dicht nebeneinandergelegt, dass jeder Begriff etwas vom nächsten annimmt. Am Ende riecht jede Abweichung vom politischen Hauptstrom ein wenig nach 1933. Wer auf diese Weise markiert wurde, braucht nicht mehr widerlegt zu werden.

Das spart erhebliche geistige Arbeit. Statt Argumente zu prüfen, prüft man den Absender. Stimmt dessen Haltung nicht, verliert auch die Tatsachenbehauptung ihre gesellschaftliche Zulassung. Die Wahrheit wird damit nicht abgeschafft, sondern an eine zuverlässige Gesinnungsprüfung gekoppelt.

Julia Klöckner und das Parlament ohne Diskussion

Auch im Bundestag wird die Demokratie inzwischen vor unnötiger Debatte geschützt. Der AfD-Abgeordnete Martin Sichert bezeichnete Abgeordnete von Union und SPD als „Lügner“ und erhob im Zusammenhang mit Einsparungen im Gesundheitswesen schwere Vorwürfe. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner reagierte mit einem Ordnungsruf und erklärte: „Ich werde mit Ihnen hier nicht diskutieren.“ Dieser Satz gehört in Stein gemeißelt, vorzugsweise über dem Eingang des Parlaments.

Eine Bundestagspräsidentin erklärt im Bundestag, sie werde dort nicht diskutieren. Das schafft endlich Klarheit über die Funktion des Hauses. Offenbar geht es weniger um politischen Streit als um die korrekte Verlesung vorbereiteter Meinungen. Diskussionen bergen schließlich die Gefahr, dass jemand etwas Unerwartetes sagt.

Sicherts Wortwahl war grob, pauschal und politisch wenig klug. Gerade deshalb hätte man ihn zwingen können, seinen Vorwurf zu begründen. Andere Abgeordnete hätten ihn widerlegen, bloßstellen oder mit besseren Argumenten auseinanderschrauben können. Ein Parlament, das sich seiner Sache sicher ist, sollte dazu in der Lage sein.

Stattdessen wird der Konflikt sprachlich desinfiziert. Der Vorwurf, jemand sage bewusst die Unwahrheit, bleibt zulässig, solange man das Wort „Lügner“ vermeidet und sich einer Formulierung bedient, die in einem Compliance-Seminar anerkennend genickt werden könnte. Die politische Täuschung darf bleiben. Das unhöfliche Wort dafür gefährdet die Würde des Hauses.

Die Geschäftsordnung schlägt das Wahlergebnis

Klöckner drohte zudem damit, eine ganze Fraktion aus dem Saal zu entfernen. Diese Abgeordneten sind dort nicht, weil sie einen guten Eindruck hinterlassen haben. Sie sitzen dort, weil Millionen Bürger sie gewählt haben. Ihre Entfernung betrifft deshalb auch die politische Vertretung dieser Bürger.

Das scheint jedoch kein entscheidendes Hindernis zu sein. Schließlich besitzen die Abgeordneten nur ein Mandat, während die Bundestagspräsidentin über die Geschäftsordnung verfügt. Damit ist die institutionelle Rangfolge geklärt. Unten steht der Wähler, darüber sein Abgeordneter und an der Spitze der Ordnungsruf.

Der Bürger soll offenbar nicht ungefiltert erleben, wie Politiker tatsächlich streiten. Das könnte ihn irritieren oder, noch schlimmer, zu einer eigenen Bewertung führen. Daher wird die Debatte sprachlich geglättet, bis jeder Satz klingt, als sei er zuvor durch eine Kommunikationsabteilung, eine Rechtsabteilung und einen Desinfektionstunnel gelaufen. Inhaltliche Schärfe wird durch korrekte Verpackung ersetzt.

So heißen Steuererhöhungen Einnahmeverbesserungen, Schulden Sondervermögen und politische Niederlagen Kommunikationsprobleme. Ein gebrochenes Versprechen wird zum Ergebnis veränderter Rahmenbedingungen. Eine falsche Aussage war missverständlich formuliert. Nur der Bürger nennt die Dinge weiterhin beim Namen, weshalb er dringend mehr politische Bildung benötigt.

Chatkontrolle aus Liebe zur Freiheit

Die Union schützt den Bürger nicht nur vor falschen Parteien und falschen Wörtern. Sie möchte ihn auch vor den Gefahren seiner privaten Kommunikation bewahren. Die sogenannte Chatkontrolle soll dabei selbstverständlich dem Kinderschutz dienen. Ein moralisch stärkeres Argument lässt sich kaum finden, und genau darin liegt seine politische Schönheit.

Wer gegen eine technische Kontrolle privater Nachrichten ist, muss sich schnell erklären. Offenbar findet er Datenschutz wichtiger als Kinder, Verschlüsselung wichtiger als Opferschutz und rechtsstaatliche Grenzen wichtiger als moralische Entschlossenheit. Damit ist die Diskussion beendet, bevor sie begonnen hat. Das Mittel muss nicht mehr überzeugen, weil der Zweck unangreifbar ist.

Ein Rechtsstaat würde normalerweise fragen, ob die Maßnahme geeignet, erforderlich und verhältnismäßig ist. Er würde sich für Fehlalarme, Missbrauchsmöglichkeiten, Datenzugriffe und spätere Zweckausweitungen interessieren. Das wirkt jedoch kleinlich, wenn Kinder geschützt werden sollen. Grundrechte sind wichtig, aber bitte nicht in einem Moment, in dem eine besonders wirkungsvolle Überschrift benötigt wird.

Ist die technische Infrastruktur erst einmal vorhanden, wird sie natürlich niemals für andere Zwecke genutzt. Staaten und Behörden sind bekanntlich dafür berühmt, einmal geschaffene Überwachungsmöglichkeiten freiwillig unberührt zu lassen. Jede Erweiterung bleibt auf ihren ursprünglichen Ausnahmefall beschränkt. Die Geschichte staatlicher Befugnisse liefert dafür bekanntlich eine endlose Reihe beruhigender Beispiele.

Die Mehrheit gewinnt und verliert

Besonders lehrreich war das europäische Abstimmungsverfahren zur Verlängerung der Regelung. Das Europäische Parlament hatte den Vorschlag bereits zweimal abgelehnt. In einer primitiven Demokratie hätte man daraus geschlossen, dass keine Mehrheit vorhanden sei. Die Europäische Union arbeitet glücklicherweise auf einem höheren institutionellen Niveau.

Der Vorschlag wurde ein drittes Mal vorgelegt. Wieder stimmten mehr Abgeordnete dagegen als dafür. Dennoch galt die Regelung als angenommen, weil für ihre Ablehnung eine absolute Mehrheit aller Mitglieder erforderlich gewesen wäre. Die Gegner hatten also die Mehrheit, aber leider die falsche.

Das ist europäische Demokratie in ihrer vollkommensten Form. Die Mehrheit darf gewinnen, solange ihr Sieg keine Folgen hat. Man respektiert das Abstimmungsergebnis so gründlich, dass es am Ergebnis nichts verändert. Formal ist alles sauber, nur die demokratische Wirkung hat den Sitzungssaal vorzeitig verlassen.

Das Verfahren erinnert an ein Fußballspiel, in dem eine Mannschaft mehr Tore erzielt, anschließend jedoch erfährt, dass zusätzlich die Zustimmung aller nicht anwesenden Spieler erforderlich gewesen wäre. Der Schiedsrichter verweist auf das Regelwerk und erklärt das Spiel für ordnungsgemäß. Die unterlegene Siegermannschaft darf Beschwerde einlegen. Das Ergebnis bleibt selbstverständlich bestehen.

Abstimmen, bis es passt

Der Vorgang zeigt ein interessantes Verständnis parlamentarischer Abstimmungen. Sie dienen offenbar nicht immer dazu, eine Entscheidung zu treffen. Manchmal dienen sie dazu, festzustellen, ob die Abgeordneten das politisch gewünschte Ergebnis bereits verstanden haben. Stimmen sie falsch ab, wird der Lernprozess fortgesetzt.

Beim ersten Mal kann ein Missverständnis vorgelegen haben. Beim zweiten Mal besteht offenbar zusätzlicher Erklärungsbedarf. Beim dritten Mal wird das Verfahren so angepasst, dass ein weiteres Missverständnis keine Wirkung mehr entfaltet. Das ist keine Missachtung der Demokratie, sondern institutionelle Geduld.

Auch nationale Wahlen werden ähnlich verarbeitet. Das Ergebnis gilt zunächst als Rohmaterial für Brandmauern, Koalitionsrechnungen und moralische Sortierung. Erhält eine unerwünschte Partei viele Stimmen, wird nicht gefragt, welche Politik die Wähler verlangen. Es wird erklärt, weshalb das Ergebnis möglichst folgenlos bleiben muss.

Das ist deutlich eleganter als eine offene Annullierung. Wahlkabinen, Stimmzettel, Hochrechnungen und Fernsehrunden bleiben vollständig erhalten. Nur die politische Wirkung wird bei Bedarf begrenzt. Der Bürger darf sich als Souverän fühlen, solange er keine Ansprüche daraus ableitet.

Meinungsfreiheit mit Gebrauchsanweisung

Auch die Meinungsfreiheit bleibt selbstverständlich bestehen. Sie wurde lediglich modernisiert und mit einem Sicherheitsdienst ausgestattet. Früher durfte der Bürger seine Auffassung grundsätzlich ohne staatliche Begleitung äußern. Heute helfen Meldestellen, Plattformregeln und Beobachtungskategorien bei der verantwortungsvollen Nutzung.

Der Staat zensiert nicht. Er bekämpft Desinformation. Er überwacht nicht, sondern schützt. Er schränkt die Debatte nicht ein, sondern erhöht ihre demokratische Qualität.

Jeder Eingriff erhält eine Bezeichnung, die nach Fürsorge klingt. Kontrolle wird zu Schutz, Einschränkung zu Verantwortung und Misstrauen zu Resilienz. So kann der Bürger Freiheit verlieren und gleichzeitig den Eindruck gewinnen, sie werde besonders intensiv verteidigt. Politische Sprache ist eben die Kunst, eine geschlossene Tür als verbesserten Zugang zu beschreiben.

Der moderne Autoritarismus benötigt keine Uniformen. Er verfügt über Pressestellen, Leitfäden, Hotlines, Meldemasken und freundlich gestaltete Internetseiten. Seine Maßnahmen werden von Menschen angekündigt, die regelmäßig betonen, wie wichtig ihnen Offenheit und Vielfalt sind. Das beruhigt ungemein.

Vom Schutz des Bürgers zum Schutz vor dem Bürger

Die Grundrechte wurden einmal als Abwehrrechte gegen den Staat verstanden. Nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus wollte man staatliche Macht begrenzen und politische Opposition schützen. Damals herrschte offenbar ein ziemlich düsteres Menschenbild von Behörden. Heute weiß man, dass staatliche Stellen nur das Beste wollen.

Die historische Lehre wurde deshalb weiterentwickelt. Aus dem Schutz des Bürgers vor dem Staat wird zunehmend der Schutz des Staates vor dem Bürger. Weil Wahlen gefährlich enden können, müssen Parteien beobachtet werden. Weil Sprache radikalisieren kann, müssen Begriffe beaufsichtigt werden.

Weil Kriminelle private Kommunikation nutzen, muss private Kommunikation kontrollierbar sein. Weil Menschen falsche Informationen verbreiten, müssen ihre Äußerungen eingeordnet werden. Die Konsequenz ist bestechend. Der Staat erhält mehr Macht, um uns vor den Gefahren zu schützen, die aus zu wenig staatlicher Zurückhaltung entstehen könnten.

Deutschland ist deshalb keine Diktatur. Es gibt freie Wahlen, Gerichte, Medien und einen erheblichen Schutz der Meinungsfreiheit. Eine Demokratie sollte autoritäre Entwicklungen allerdings nicht erst erkennen, wenn die zuständige Behörde bereits Öffnungszeiten veröffentlicht. Bevormundung beginnt lange vor dem vollständigen Verlust der Freiheit.

Die AfD muss in die Debatte, nicht in die Opferrolle

Die AfD verdient keine Schonung. Ihre Vertreter müssen sich für extreme Äußerungen, wirtschaftliche Widersprüche und außenpolitische Absurditäten verantworten. Ihre Programme gehören geprüft, ihre Behauptungen widerlegt und ihre Konzepte öffentlich auseinandergenommen. Wer verfassungsfeindliche Ziele verfolgt, muss mit rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden.

Dafür braucht es konkrete Tatsachen. Moralische Etiketten, pauschale Verdächtigungen und die ständige Flucht in Verbotsdebatten reichen nicht. Wer eine Partei für politisch schwach hält, sollte vor der Diskussion keine Angst haben. Wer ihre Wähler zurückgewinnen möchte, sollte sie nicht wie geistig verwirrte Verwandte behandeln.

Die gegenwärtige Strategie stärkt die AfD. Jede Sonderbehandlung bestätigt ihre Erzählung, ein geschlossenes System wolle sie ausschalten. Anschließend wundern sich die etablierten Parteien über steigende Umfragewerte. Darauf reagieren sie mit noch mehr von genau jener Politik, die den Aufstieg bisher zuverlässig begleitet hat.

Das ist ungefähr so sinnvoll, wie einen Brand mit Benzin zu löschen und danach eine Kommission zur unerwarteten Wärmeentwicklung einzusetzen. Der politische Betrieb produziert Empörung, Warnungen und Brandmauern. Die AfD produziert daraus Opfermythen und Zustimmung. Beide Seiten sind beschäftigt, nur das Problem bleibt liegen.

Die Demokratie braucht Schutz vor ihren Beschützern

Eine freiheitliche Demokratie muss unangenehme Parteien, dumme Äußerungen und grobe politische Konflikte aushalten. Sie muss falsche Behauptungen widerlegen, Straftaten verfolgen und verfassungsfeindliche Bestrebungen mit konkreten Beweisen bekämpfen. Vor allem muss sie den Bürger ernst nehmen. Das gilt auch dann, wenn seine Entscheidung den Regierenden nicht gefällt.

Der Bürger braucht keinen politischen Vormund. Er kann selbst beurteilen, ob eine Rede überzeugend, beleidigend oder lächerlich ist. Er kann selbst entscheiden, welche Partei seine Stimme verdient. Er darf sogar erwarten, dass eine Mehrheit in einer Abstimmung etwas zählt.

Die Vorgänge um Stephan Kramer, Julia Klöckner und die Chatkontrolle zeigen ein gemeinsames Muster. Der Bürger spielt formal die Hauptrolle, wird praktisch aber als Sicherheitsrisiko behandelt. Er darf wählen, sofern er richtig wählt, reden, sofern er richtig formuliert, und kommunizieren, sofern niemand einen ausreichend wichtigen Grund zur Kontrolle findet. Das ist keine Abschaffung der Demokratie, sondern ihre fürsorgliche Entkernung.

Vielleicht ist die AfD eine Gefahr für die Demokratie. Dann muss diese Gefahr konkret belegt, politisch bekämpft und rechtsstaatlich behandelt werden. Mindestens ebenso gefährlich ist jedoch eine politische Klasse, die sich selbst für die Demokratie hält und jeden Widerspruch als Angriff auf sie betrachtet. Denn eine Demokratie, die vor dem Bürger geschützt werden muss, hat ihren eigentlichen Zweck bereits vergessen.

Deutschland 2025: Ein verlorenes Jahr zwischen Reden und Nichtstun

https://www.nius.de/politik/news/politischer-jahresrueckblick-im-irrenhaus-der-republik

Das Jahr 2025 wird in Deutschlands Geschichte als ein Jahr der vertanen Chancen eingehen. Es war kein Jahr des Stillstands – es war ein Jahr des Rückschritts. Auf allen Fronten. Wer sich die Realität anschaut, statt auf die Reden zu hören, sieht ein Land, das aktiv seine eigene Zukunft demontiert.

Die Deindustrialisierung: Deutschland wird entkernt

Beginnen wir mit den Fakten, die niemand gerne ausspricht. Große deutsche Unternehmen wie VW und BASF bauen Arbeitsplätze ab oder verlagern ihre Produktion ins Ausland. Das ist nicht eine vorübergehende Krise. Das ist der Anfang vom Ende unseres Status als Exportnation. Und die Gründe sind so offensichtlich, dass es fast schmerzhaft wirkt, sie aussprechen zu müssen.

Die Energiepreise in Deutschland sind drei bis vier Mal höher als in Konkurrenzländern. Ein Industrieunternehmen kann das einfach nicht ignorieren. Die Bürokratie funktioniert nicht als Schutzschicht, sondern als Lähmungsmittel. Genehmigungsverfahren dauern Jahre, statt Monate. Infrastruktur? Straßen verfallen, Brücken werden gesperrt, und die Schienennetzwerk gehört eher ins Museum als auf die Landkarte eines modernen Industrielandes. Das ist nicht Zufall. Das ist das Ergebnis von Jahrzehnten fehlender Investitionen und fehlender Prioritäten.

Und während diese Entwicklung sich abspielt wie ein langsamer Zusammenbruch, packen Unternehmen ihre Koffer. Sie gehen nicht, weil sie Deutschland hassen. Sie gehen, weil es wirtschaftlich rational ist. Und rational ist das Gegenteil von dem, was die Politik gerade tut.

Das Geld-Problem: Viel ausgeben, nichts verbessern

Hier beginnt es wirklich absurd zu werden. Die Bundesregierung gibt Millionen – und oft Milliarden – aus. Jedes Jahr. Und doch wird nichts besser. Nicht die Straßen. Nicht die Schulen. Nicht die Energiepreise. Nicht die Bürokratie.

Das liegt daran, dass das Geld nicht dahin fließt, wo es funktionieren würde. Wir bräuchten massive Investitionen in erneuerbare Energien, um die Strompreise zu senken. Wir bräuchten einen radikalen Abbau von Bürokratie – nicht nur eine Ankündigung, sondern echte, messbare Vereinfachung. Wir bräuchten Schulen, die wieder funktionieren, Universitäten, die Fachkräfte ausbilden, und eine echte digitale Infrastruktur. Wir bräuchten eine Strategie in KI und Technologie, die nicht nur auf dem Papier steht.

Stattdessen wird das Geld in Transfer-Programme gesteckt, in Symbolpolitik, in Reden, die gut klingen, aber nichts ändern. Das ist nicht Wirtschaftspolitik. Das ist Selbstbetrug mit öffentlichen Mitteln. Und während das passiert, schauen andere Länder zu, wie Deutschland sich selbst in Zeitlupe zerlegt.

Die Zensur: Meinungsfreiheit unter Druck

2025 hat Deutschland auch beim Thema Redefreiheit einen Schritt zurück gemacht. Das ist nicht dramatisiert. Das ist beobachtbar. Neue Maßnahmen – von der Bundesregierung und der EU – machen echte Meinungsfreiheit immer schwieriger. Kritik an der Politik kann Konsequenzen haben. Social Media wird überwacht und gelöscht. Wer das „Falsche“ sagt, riskiert nicht nur soziale Ächtung, sondern auch strafrechtliche Ermittlungen.

Manche werden sagen, das sei Sicherheit. Das ist es nicht. Das ist Kontrolle. Und ein Kontrollstaat und echte Innovation passen nicht zusammen. Innovation entsteht dort, wo Menschen frei denken, frei sprechen und frei experimentieren können. Nicht dort, wo jeder Satz überwacht wird. Das ist das Gegenteil dessen, was Deutschland jetzt braucht.

Die Politiker: Kompetenz ist optional

Hier wird es unangenehm, aber es muss ausgesprochen werden. Im Bundestag sitzen Menschen ohne Schulabschluss in Positionen, die über die Zukunft Deutschlands entscheiden. Das ist nicht satirisch gemeint. Das ist Fakt. Und das ist, offen gesagt, unverantwortlich.

Würde jemand einen Elektiker ohne Ausbildung engagieren, um die Stromversorgung zu planen? Nein. Würde jemand einen Arzt ohne Examen operieren lassen? Niemals. Aber Politiker, die Deutschland durch die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts führen sollen, dürfen ohne relevante Qualifikation, ohne Verständnis für Wirtschaft, Technologie oder Strukturfragen entscheiden? Das ist nicht Egalitarismus. Das ist fahrlässig.

Ein radikaler Gedanke: Vielleicht bräuchten wir einen TÜV für Politiker. Nicht aus Arroganz, sondern aus Selbstschutz. Ein Land mit komplexen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen kann sich schlicht keine Führung leisten, die diese Herausforderungen nicht versteht. Das ist kein Elitarismus. Das ist gesunder Menschenverstand.

Deutschlands Ruf international: Vom Vorbild zur Punchline

Deutschland war einmal das Land der Ingenieure, der verlässlichen Partner, der wirtschaftlichen Stabilität und der innovativen Kraft. Das ist lange her. Heute schauen andere Länder zu, wie wir unsere beste Industrie abstoßen, unsere Infrastruktur verfallen lassen, unsere Meinungsfreiheit beschneiden und unsere Schulen vernachlässigen. Und sie tun das mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Schadenfreude.

Deutschlands politisches und wirtschaftliches Gewicht sinkt spürbar. Wo wir einmal sprachen, wird jetzt gehört – aber nicht mehr respektvoll. Wo wir einst führten, folgen wir jetzt. Das ist nicht dramatisch formuliert. Das ist die Realität. Und diese Realität hat Konsequenzen.

Was 2026 bedeutet: Schlimm könnte noch schlimmer werden

Wenn sich nichts ändert – und die Signale deuten nicht darauf hin, dass sich etwas ändert – wird 2026 noch düsterer. Es wird mehr Arbeitsplatzabbau geben. Deutschlands internationale Position wird noch schwächer. Die Wettbewerbsfähigkeit in Zukunftstechnologien wird weiter sinken. Und die Einschränkungen von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit werden weitergehen.

Das ist keine schwarze Malerei. Das ist die logische Fortsetzung einer Politik, die seit Jahren auf Stillstand setzt, statt auf echte Veränderung. Und das ist das eigentlich Deprimierende: Die Lösung ist nicht mysteriös. Andere Länder zeigen, wie es funktioniert.

Was würde funktionieren

Ein radikaler Bürokratieabbau würde funktionieren. Nicht als Ankündigung, sondern als echte Vereinfachung. Genehmigungen in Wochen statt Jahren. Das ist nicht unrealistisch. Singapur macht das vor. Massive Investitionen in Infrastruktur würden funktionieren. Straßen, Schienen, digitale Netze. Das würde Arbeitsplätze schaffen und Unternehmen halten. Eine echte Bildungsreform würde funktionieren – von der Kindertagesstätte bis zur Universität. Technologieförderung, besonders in KI und Digitalisierung, würde funktionieren. Die USA und China machen das. Der Schutz von Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit würde funktionieren, weil echte Innovation nur dort passiert, wo Menschen frei denken können.

Stattdessen bekommen wir Reden ohne Handlung.

Fazit: 2025 war das Jahr, in dem Deutschland verloren ging

Das Jahr 2025 wird nicht als das Jahr der Hoffnung in die Geschichte eingehen. Es wird als das Jahr eingehen, in dem Deutschland beschloss, nicht mehr um die Zukunft zu kämpfen. Nicht weil die Probleme unlösbar wären. Nicht weil die Ressourcen fehlen würden. Sondern weil die Bereitschaft fehlt, etwas zu ändern.

Und das ist das eigentliche Drama.

Jagt ihn endlich aus dem Land

Die Unfähigkeit in der deutschen Politik entsetzt und macht einen immer wieder aufs Neue sprachlos. Man glaubt, es geht nicht mehr schlimmer. Aber dann kommen Scholz, Habeck, Baerbock und Lindner wieder um die Ecke. Sie sind noch nicht fertig mit diesem Land. Noch nie hat eine deutsche Regierung der Republik so sehr geschadet wie die Ampel, noch nie waren einer Regierung die eigenen Bürger und deren zunehmende Verzweiflung so gleichgültig. Skrupellos und überheblich wird Politik gegen das eigene Volk betrieben.

Aber es geht noch schlimmer. Wie man das Land weiter ausplündert, beweist Wirtschaftsminister Robert Habeck mit seinem neuen „überaus erfolgreichen“ Vorschlag, nämlich der Übernahme von Staatsgarantien für deutsche Investitionen in der Ukraine. Angeblich befinden sich bis zu 400 Milliarden Euro im Topf. Dieses „überaus erfolgreiche Modell“ ist nichts Anderes als eine weitere Bankrotterklärung des Märchenerzählers im Amt des Wirtschaftsministers.

https://www.n-tv.de/ticker/Habeck-hofft-auf-Investitionen-deutscher-Unternehmen-in-Ukraine-article24665290.html

Wie soll das praktisch ablaufen? Ganz einfach. Zum Beispiel investiert Rheinmetall 10 Milliarden € in der Ukraine, weil das Land gerade mehr Waffen braucht. Da keine vernünftige Bank dieser Welt dieses Investment absichern würde, droht es zu scheitern. Damit schlägt die Stunde unseres überaus erfolgreichen Wirtschaftsministers. Er gibt Investitionsgarantien ab, die es erlauben, die Investition vor Ort durchzuführen. Finanzieren wird das wahrscheinlich BlackRock oder die amerikanischen Investmenthäuser, die alle daran prächtig verdienen. Sie kommen vor lauter Lachen nicht mehr aus dem Schlaf.

Für alle unvorhersehbar gefallen Russland deutsche Munitions- und Panzerfabriken in der Ukraine nicht. Sie werden bei Luftangriffen zerstört. Welch eine Überraschung! Und was geschieht dann? Die Bundesregierung zahlt an Rheinmetall bzw. BlackRock und andere die Investitionssumme zurück, da die Staatsgarantien in Anspruch genommen werden. So wandern Steuergelder direkt in die Taschen der Rüstungsbetriebe und ihrer Finanzierer. Für diese ist das wirklich ein tolles Modell, für den Bürger jedoch eine Katastrophe.

Und wie finanziert Habeck diese Beträge, die dann als neue Schulden aufschlagen? So wie immer natürlich, durch höhere Steuern. Aber auch durch noch geringere Investitionen in die Infrastruktur, Forschung, Bildung, sozialen Wohnungsbau, Renten, die medizinische Ausstattung des Landes und vieles Andere mehr. Am Ende auch mit einer geringeren Lebenserwartung der Deutschen. Habeck glaubt zudem, dass Deutschland auf diesem Wege noch attraktiver für Fachkräfte aus dem Ausland wird. Nur wandern sogar die Deutschen inzwischen scharenweise ab, weil sie jeglichen Glauben in ihr Land und jegliche Hoffnung verloren haben.

Mit seiner Idee befeuert Habeck letztlich auch den Ukrainekrieg. Er möchte diesen erneuten Beweis seiner Unfähig- und Verantwortungslosigkeit sogar anderen Ländern „anbefehlen“. Diese werden jedoch mit Befehlsverweigerung antworten und diesen Vorschlag genauso behandeln wie alle Vorschläge der Ampel. Sie lachen sich tot. Die ganze Welt lacht sich tot über Deutschland.

Wenigstens bei der Zahl von Politclowns ist Deutschland sehr gut aufgestellt. Das Land wird jedoch einen fürchterlichen Preis zahlen.

Morgenthau wird sich ins Fäustchen lachen…

Ach du mein schauriges Vaterland…

Deutschland hat viele Probleme. Es ist schwierig, hier überhaupt einen Anfang zu finden, da das Ausmass des Politikversagens tiefe Spuren hinterlassen hat. Noch nie hat eine Bundesregierung in kürzester Zeit so viel verspielt und den Bürgern, vor allem den ärmeren Schichten, denen es ohnehin bereits schlecht genug geht, so viel zugemutet. Betreibt man hier Ursachenforschung so wird man schnell erkennen, dass das Land der sich selbst so nennenden „Dichter und Denker“ eigentlich nichts anderes ist als ein Land, das sich Volltrottel als Politiker leistet und nicht mehr in der Lage ist zu erkennen, wer dem Land wirklich dient und dringend benötigte Reformen vorantreibt. Wenn in Deutschland überhaupt etwas regiert, so ist es gnadenlose Inkompetenz.

Als besonderes Aushängeschild gilt sicherlich der Grünenpolitiker Anton Hofreiter. Allein seine Existenz lässt begründete Zweifel daran aufkommen, ob der Auswahlprozess, der in die höheren Ebenen der Grünen führt, überhaupt auch nur ansatzweise zeitgemäss ist. Ich kann mich an keine Äusserung Hofreiters erinnern, die in irgendeiner Weise dazu geeignet gewesen wäre, das Land weiterzuentwickeln. Er repräsentiert international geradezu in vortrefflicher Weise das Bild des hässlichen Deutschen, der ständig seinen Senf in beispielhafter moralischer Überheblichkeit zu allem beisteuert, ohne überhaupt ein Mindestmass an politischer Kompetenz erkennen zu lassen. Das Konzept der Selbstkritik kennt er überhaupt nicht.

Nun hat er es wieder getan und seine intellektueller Unterirdischkeit am Beispiel des Ukrainekriegs wieder einmal aufheulen lassen. Er will die Ukraine „Mit allem unterstützen, was sie auf dem Gefechtsfeld brauchen“, https://www.n-tv.de/politik/09-07-Munz-Zwei-Gruende-fuer-Feuerpause-Moskau-traut-Armee-keine-weiteren-Landgewinne-zu–article23143824.html. Wollt ihr den totalen Krieg? Hofreiter ist bereit zu liefern. Dies lässt mich zurückblicken zu der Anfangszeit, als ich begann, mich für Politik zu interessieren.

Das war die Zeit der Friedensbewegung, in der sich die Grünen neu gründeten. Sie setzten sich damals wortstark und glaubwürdig für Frieden und gegen jegliche Waffenlieferungen ein. Das hatte mir damals imponiert, denn ohne Waffen lässt sich schlecht Krieg führen. Was ist davon heute geblieben? Einfach gar nichts. Die Kriegshetze, die von den Grünen, allen voran von Baerbock und Habeck betrieben wird, ist ebenso beispielhaft wie unterirdisch. Kritische Reflektion ist hier fehl am Platze. Ursachenforschung oder die Aufarbeitung historischer Hintergründe findet nicht statt, denn sie passt nicht ins Bild. In absoluter deutscher Nibelungentreue folgt man den Weisungen der USA wie ein deutscher Dackel bedingungslos. Die vermeintliche Friedenspolitik der Grünen ist eine der grossen Lügen unserer Zeit.

Was will man mit noch mehr Waffenlieferungen erreichen, einmal abgesehen von der Frage, ob wir nicht noch das letzte – meist funktionsunfähige – aus dem Bundeswehrarsenal liefern sollen? Wollen die Grünen wirklich bis zum letzten Ukrainer kämpfen? Spielen berechtigte Sicherheitsinteressen, wie sie den USA bedingungslos zugestanden werden, keine Rolle? Hat man vergessen, dass es sich bei der Ukraine um einen der korruptesten Staaten weltweit handelt? Wer soll später dieses Land wieder aufbauen, etwa eine zerstörte Ukraine?

Natürlich nicht, denn das ist die Aufgabe des Zerstörers, vor allem Deutschlands. Nicht nur die bisherigen Waffenlieferungen kosteten eine ganze Menge Geld, wofür am Ende der Steuerzahler aufkommen muss. Gleiches gilt für den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg, eine Arbeit, die mit jeder Waffenlieferung umso komplexer wird. Machen wir uns nichts vor: Auf Deutschland werden Kosten in Höhe von mehr als 150 Milliarden EURO zukommen. Und davon wird sicherlich die Hälfte in den Taschen der ukrainischen Oligarchen verschwinden.

Das ist Geld, welches für Deutschland nicht mehr zur Verfügung steht. Die Prioritäten dieser Regierung sind jedoch klar. Es geht darum, einen bedingungslosen Krieg gegen Russland zu führen. Da müssen andere Aufgaben, wie die Instandsetzung der deutschen Infrastruktur, die Bekämpfung der Armut, der Ausbau von Bildung und Forschung, also alles was zukunftsweisend wäre, eben zurücktreten. Deutschland leistet sich eine Regierung, welches das Land und seine Sorgen schon lange nicht mehr repräsentiert.

Noch nie wurde Deutschland so schlecht regiert und zugrunde gerichtet. Dies betrifft inzwischen fast sämtliche Politikfelder. Das Tempo der Rückwärtsbewegung ist geradezu atemberaubend. Deutschland wird international den Anschluss verlieren, ohnehin sehen andere Länder uns nur noch als Lachnummer, eine Peinlichkeit in der Weltpolitik. Anton Hofreiter und seine Grüne Besserwisserkriegspartei sind wirklich ein herausragendes Beispiel dieser Entwicklung.

Wenn Moral einfach alles ist. Denk ich an Deutschland in der Nacht

Jeder kennt es denn es wiederholt sich jeden Tag aufs Neue. Noch so ein Murmeltiertag, den Niemand gebrauchen kann. Man wacht morgens früh auf und fürchtet bereits vor der Inhalation des ersten Kaffees den Blick in die Nachrichten. Inzwischen ist man in Deutschland ja so weit, dass es keine Rolle mehr spielt, über welches Nachrichtenformat man sich gerade desinformiert.

Wir Deutsche beherrschen viele Dinge. Unter diesen findet sich auch das Instrument der Gleichschaltung, ein wichtiges Instrument deutscher Tradition und Effizienz. Daher muss selbst der hartgesottenste Demokrat und Freiheitsdenker einfach akzeptieren, dass es in Deutschland nur eine Meinung geben darf. Selbst während der Teilung Deutschlands hat sich dies nicht geändert, weder im Westen noch im Osten. Irgendeiner muss nun einmal der Böse sein, auf den der Deutsche seine Aggression projizieren und für das Unglück in der Welt verantwortlich machen kann. Irgendeiner muss am Ende ins Gefängnis.

Natürlich hat man als Deutscher alles Recht dazu, seinen moralischen Standpunkt zu verdeutlichen und weltweit hinauszuposaunen. Wozu ist man denn schliesslich Deutscher? Es wäre doch absurd, wenn man das nicht mehr dürfte, denn es geht hier um die Befriedigung elementarer menschlicher = deutscher Befindlichkeiten. Am deutschen Wesen soll schliesslich die Welt genesen. Das ist schon seit Bismarcks Zeiten so. Die Konsequenzen dieser moralischen Überheblichkeit werden dann allerdings vollständig ignoriert. Das Ausland schmunzelt über dieses affektierte, jegliche Konsequenzen negierende Gehabe, sofern man sich dort nicht bereits in den vergangenen Jahren totgelacht hat.

Da der normale Durchschnittsdeutsche und vor allem der deutsche Politiker seine individuellen (Doppel-)Moralvorstellungen als die einzige Wahrheit betrachtet, ist Kritik natürlich unerwünscht, möglicherweise – wie jüngste Gesetzesänderungen zeigen – sogar strafbar. Andersdenkende oder gar Kritiker müssen denunziert, weggesperrt oder vertrieben werden. Heinrich Heine und Kollegen – allesamt Dichter und Denker – können hiervon ein Lied singen oder gar Märchen erzählen.

Leider geschieht all dies immer wieder, nichts hat sich geändert. Ewig grüsst das Murmeltier. Es gibt keinen mentalen Entwicklungsvorsprung, den man in Deutschland in den letzten 150 Jahren erzielt hätte. Es spielt auch keine Rolle, wie viele Menschen am Ende Opfer der deutschen Zwangsmoral wurden. Der preussisch-deutsche Krieg und zwei Weltkriege sprechen eine beredte Sprache.

Moral hat in Deutschland längst das Bedürfnis nach kompetentem Handeln ersetzt, wohl auch, weil es für Politiker einfacher ist, zweifelhafteste moralische Standards zu entwickeln als sich so weiterzubilden, dass sie wirklich eine realistische und erfolgreiche Perspektive für das Land darstellen können. Nur haben die meisten Politiker diesen Beruf ja eben deshalb gewählt, weil sie dafür keine Qualifikation benötigen. Aufgrund der Konzeption des moralischen Standpunktes haben sie zudem immer Recht, was jegliche Kritik daran ausschliesst. In einer immer komplexer werdenden Welt wird das Ergebnis dieser Entwicklung immer desaströser. Die Glaubwürdigkeit der Demokratie steht insgesamt auf dem Spiel – und wie immer zahlt der Bürger die Zeche.

Denk ich an Deutschland in der Nacht, fühle ich mich um meinen Schlaf gebracht.

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